Botucal Mantuano

Seit Langem wollte ich hier mal einen Rum vorstellen. Heute fiel die Wahl auf den Botucal Mantuano. Bevor ich für die Einleitung nun verzweifelt nach eigenen Worten suche, zitiere ich lieber von der Originalverpackung:

„Der venezolanische Rum Botucal Mantuano ist ein herausragender Blend aus Rumdestillaten, die bis zu acht Jahre lang reifen durften. Der Begriff Mantuano bedeutet im Spanischen „Ehrenmann“ und verweist auf Don Juancho Melendéz, der zu diesem Rum inspiriert hat und für seinen anpruchsvollen Geschmack sowie seine Leidenschaft für feinsten Rum bekannt war.“

Die Marke Botucal ist insgesamt von der Person Don Juancho Nieto Melendéz inspiriert. Dort, wo sich die heutige Brennerei befindet übte Melendéz seinen Einfluss aus und war als Kenner verschiedenster Spirituosen und Nobelmann bekannt. Don Juancho ist auf dem Etikett der Flasche abgebildet. Neben dem Bild befinden sich kleine Felder, in welchen jeweils drei Sterne zu sehen sind. Diese stehen für die drei Standardabfüllungen an Rum aus der Traditionserie.

Der Mantuano ist ein Blend aus schweren, mittleren und leichten Rums, welche in verschiedenen Destillationsanlagen gebrannt werden. Der schwere Rum hat hierbei mit Sicherheit den größten Anteil. Der hier abgefüllte Rum ist ein Blend aus bis zu acht Jahre alten Rums und verfügt über eine Trinkstärke von 40% vol. alc.

Nun komme ich aber zur Verkostung:

Der Botucal ist ein Dark Rum und zeigt sich im Glas eindeutig mit einem dunklen, nach Bernstein anmutenden Braun.

In der Nase kommt er sofort mit seiner vollen Komplexität an. Ich versuche mal, das alles zu ordnen: Honig, Trockenfrüchte, leichte Süße (Marzipan?), evtl. Zimt, Würze und ein eindeutiger Hinweis auf eine Lagerung in amerikanischen Ex-Bourbonfässern. Ein wenig kribbelt er schon in der Nase, jedoch macht ihn das nur interessanter, denn die Tiefe scheint niemals so ganz zu erfassen zu sein. Auch die Fasstoastung kommt nach ein wenig tiefer Schnuppern durch und vervollständigt die bisherigen Eindrücke.

Geschmacklich fällt sofort auf, dass der Mantuano zu den trockeneren Rumsorten zählt. Die Fassreifung/“Weißeichenbitterkeit“ bricht sich schnell bahn, überfordert dabei nicht und lässt daneben eine dezente Süße zu. Auch hier bin ich geneigt, an Marzipan zu denken. Ein Kribbeln an den Zungenrändern beweist erneut die Eichenwürze. Und aus einem komplexen Nebel aus Zimt, Würze, Waldhonig entsteht eine annähernd paradoxe Milde, welche diesen Rum definitv dazu eignet, pur getrunken zu werden!

Der Abgang ist wärmend, lässt nochmals die Würze präsent werden und insgesamt mittellang. Mir persönlich sagt es bei sämtlichen fassgereiften Spirituosen zu, wenn der Mund etwas klebrig zurückbleibt, was beim Mantuano definitiv der Fall ist.

Zusammenfassend kann ich hier schreiben, dass der Botucal Mantuano für seinen Preis ein äußerst komplexer, charakterstarker Rum ist. Zugegeben: ein wenig musste ich mich in ihn „hineintasten“, jedoch wurde es hier mit der Komplexität nicht übertrieben und der Rum zeigte sich „erfahrbar“. Ich persönlich bin froh, dass ich ihn in meiner Bar habe, denn er fordert angenehm heraus, hat eine spannende Tiefe und regt an, sich Zeit zu nehmen.

Mit einem Preis zwischen 20 und 25 € ist der Mantuano äußerst attraktiv, in der hauseigenen Bar zu landen.

Das Bild mutet nun etwas weihnachtlich an. Eigentlich wollte ich mit der Kerze optisch unterstreichen, dass der Mantuano zum Nachdenken anregt und einen „Rest an Geheimnis“ noch für sich behält.
Botucal Mantuano
  • Preis/Leistung
  • Qualität
  • Geschmack
4

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