A. J. Fernandez Enclave Robusto

Die Robusto aus der Enclave-Serie von A. J. Fernandez traf optisch genau meinen Geschmack! Als Western-Fan lachten mich das „ledern“ braune Deckblatt sowie die Bauchbinde mit einem Native American („Indianer“) auf einem Pferd sofort an. Somit präsentierte die Enclave geschichtlich nicht nur die spanische Kolonialzeit, sondern mal mehr die unfreiwillig Kolonisierten… Bevor ich mich nun geschichtlich verzettele: endlich entdeckte ich eine „Wild West Cigar“.

Der Kaltgeruch war ledern und würzig. Da ich mal in Wyoming war, bildete ich mir ein, ein wenig die trockene Prärie zu schnuppern… Die Robusto ließ sich wunderbar anzünden, obwohl die Cigarre an der Spitze mit dem Deckblatt eingefaltet war. Den Cut habe ich leider versemmelt (siehe Foto).

Erste Züge: eine satte Würze, Zedernholz und Erde traten stark an und waren in sich dennoch ausgewogen. Es war klar: diese Cigarre kam nicht mild daher und gleichzeitig auch nicht zu stark.

Die Rauchentwicklung war für meinen Geschmack nahezu perfekt. Der Rauch selbst war etwas „dünner“ im Vergleich zum oft als „cremig“ beschriebenen Rauch. Ich fand das okay, denn die Fülle der Aromen waren präsent genug.

Die Raumnote der Cigarre begeisterte mich sehr, da sie das Thema „Prärie“ schlichtweg fortsetzte: Tabak, Asche, „Kälte“ wie Süßgras mit Salbei… kurz danach kamen Kaffee- und Kakaobohnen dazu… ich war wirklich in der Prärie! Diese Cigarre trifft ihr eigenes Thema sehr gut und ist sehr authentisch.

Der Abbrand war bis zum letzten Drittel gleichmäßig und ich habe erst kurz vor dem Ablegen mal korrigiert.

Nach der ersten Hälfte nahmen die Würze von weißem Pfeffer sowie die Ledrigkeit zu, ohne zu überfordern. Eventuell spielte sich ein wenig Schokolade dezent in den Hintergrund, ohne dass die Cigarre süß wurde.

Nach zwei Dritteln setzte das Ammoniak ein. Interessanterweise verschwanden damit die Würze sowie der volle Antritt und die Cigarre wurde ein wenig „nichtssagend“. Ich akzeptierte das Zeichen: Zeit, abzulegen und weiterzuziehen.

Fazit: Wer es mal erdiger will, ohne geschmacklich überfordert zu werden, ist bei der Enclave von A. J. Fernandez genau richtig. Aber Achtung: das ist keine Friedenspfeife. Ohne vollen Magen geht man nicht raus in die Prärie, ansonsten kann sie einen durchaus aus dem Sattel werfen. Das Nikotin ist nicht unbedingt zu schmecken, wirkt dennoch, wenn auch verzögert.

60 bis 80 Minuten Wildwestromantik für 7,70€… ich mach´ da wieder Urlaub.

  • Deckblatt: Ecuador
  • Umblatt: Cameroon
  • Filler: Nicaragua
A. J. Fernandez Enclave Robusto
  • Preis/Leistung
  • Qualität
  • Geschmack
3.7

1 Gedanke zu „A. J. Fernandez Enclave Robusto

  • Basti
    16. Juni 2019 um 14:51
    Permalink

    Zu meinem Austritt aus der Firma, gönnte ich mir nun auch eine A. J. Fernandez Enclave, aber im Figurado Format, gegönnt.

    Rein Optisch kommt die Zigarre mit einer schönen ledrigen, schokoladigen Farbe daher und Kaltgeruch lässt die Würze durchblicken, welche die Erwartung an die Zigarre doch auch steigert.

    Das anzünden ging sehr leicht von der Hand. Im Gegensatz zu anderen Bewertungen, die ich gelesen habe, nimmt die A. J. Fernandez Enclave Figurado einen eher auf eine Reise mit und führte mich langsam aber stetig an ihr Potenzial heran um aber auch mal eine Pause bei ca 65% zu machen.
    So waren die ersten Züge sehr weiche und cremig, aber schon erdig. Ab ca. 10-15% kommt der Kaffee und das Pfeffrige hinzu ohne jedoch zu überfordern. Im weiteren Verlauf wurde sie richtig stark, ehe sie eine weiche sehr cremige Pause bei 2/3 ca. macht.
    Verabschiedet hatte Sie sich dann sehr Pfeffrig und Hölzern.

    Mein Fazit:
    Mit einer Länge 16,51 und einem Durchmesser 2,06 hatte ich ca 100 Minuten spaß. Diese Zeit sollte man sich auch unbedingt nehmen. Diese Zigarre ist nichts für „eben mal so“. Trotz, dass ich eher nicht derart starke Zigarren favorisieren, konnte ich diese einfach nicht weglegen.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.