Alec Bradley Gatekeeper Robusto

Meinen 40. Artikel auf dieser Seite feiere ich, indem ich Euch – natürlich – eine Cigarre von Alec Bradley vorstelle. Heute geht es um die Gatekeeper im Robustoformat.

Kurz zur Geschichte dieser Cigarre: die beiden Söhne von Alain Rubin, Alec und Bradley entwickelten im Rahmen der zweiten Edition der „Blind Faith“ Cigarren den Blend der Gatekeeper.

Optisch ist hierbei sehr interessant, dass man die Gatekeeper aufgrund der Bauchbinde im ersten Moment nicht Alec Bradley zuordnen würde. Das klassische, in rot weiß gehaltene „AB“ fehlt auf der Vorderseite. Auch entspricht die Bauchbinde keinem symmetrischen Emblem, wie die meisten Designs von Alec Bradley. Aus Bewertungsforen habe ich herausgelesen, dass es sich auf der Bauchbinde um den Kopf der Medusa handeln solle, welchen Perseus im Griff hat. Somit stellen die goldenen „Kleckse“ um den Kopf herum die Finger von Perseus dar. Der Kopf scheint abgerissen zu sein… Das Ganze scheint sich stark an einer Skulptur von Benvenuto Cellini zu orientieren. Das sind die Informationen, die ich online recherchieren konnte. Sollte ich falsch liegen, bitte kommentieren und ich bessere das aus.

Mir sagt das „tragische“ Design zu, obwohl es zugegebenermaßen wirklich ungewöhnlich ist.

Nun zu dem Teil, der Geraucht werden soll: die Cigarre herself. Erstmals fiel mir die Leichtigkeit der Cigarre auf, als ich sie das erste Mal in Händen hielt. Das für mich klassische Gewicht, war nicht vorhanden.

Der Kaltgeruch war holzig, erdig, mineralisch – trotzdem machte sie dabei keinen (nikotin-)starken Eindruck. Der Kaltzug verhielt sich ähnlich, war vom Widerstand, wie gewohnt, super. Die Brandannahme war ebenfalls unkompliziert. Einmal angezündet, kein Tunnelbrand, alles perfekt!

Geschmacklich fiel die Gatekeeper deutlich milder aus, als das der Kaltgeruch vermuten ließ. Von Beginn an zeigte sich eine mittelkräftige Zedernholznote, die von etwas Pfeffer begleitet wurde. Die Raumnote war unaufdringlich – klassischer Cigarrenduft eben. Die Rauchentwicklung war tadellos und der Rauch selber leicht cremig… etwas „dünner“, als sonst. Geschmacklich muss ich ehrlich sagen, tat sich nicht mehr viel. Die ein oder andere „kältere“ Note kam mal durch, wobei ich nicht beschreiben kann, ob das typisch Nikotin war oder doch irgendetwas „Minziges“. Mir persönlich gefällt das ganz gut, wenn eine Cigarre konstant im Geschmack ist. Ich brauche nicht alle drei Züge neue Eindrücke. Bis dahin spielte die Gatekeeper im oberen Mittelfeld meiner Alec-Bradley-Erfahrung.

Leider kam dann etwas, was mir wirklich nicht gefiel. Allgemein setzt bei AB das Ammoniak zuverlässig zum letzten Drittel ein. Manchmal passt das dazu, manchmal nicht. Bis dahin sind Alec-Bradleys immer ein Erlebnis und ich kann, trotz der Preise im oberen Mittelfeld (schon wieder) diesen Effekt verzeihen. Die Gatekeeper zeigte diesen Effekt bereits ab der Hälfte! Auch eine bewusstere Rauchpause sowie das Ausblasen (mache ich normalerweise nicht) konnte da nur noch bedingt das Erlebnis retten… Da die Cigarre bis dahin geschmacklich konstant mittelkräftig war, gelang es mir nicht, das Ammoniak zu ignorieren. Wodurch ich das Ammoniak leider ebenfalls noch verifizieren konnte, war , dass die Cigarre weich und „katschig“ wurde.

Bei einem Preis von 8,50 €/Stück finde ich eine halbe Cigarre zu wenig und viel zu früh zum Ablegen. Vielleicht war es meine Tagesform, meine Grundstimmung… Irgendwann werde ich einen Retaste durchführen. Damit lasse ich mir allerdings ein wenig Zeit.

  • Deckblatt: Ecuador
  • Umblatt: Nicaragua
  • Filler: Dominikanische Republik, Nicaragua
Alec Bradley Gatekeeper Robusto
Alec Bradley Gatekeeper Robusto
  • Preis/Leistung
  • Qualität
  • Geschmack
3

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