Le Petit Les Fines Lames

Mein Hang zu ausgefallenen, äußerst scharfen und schönen Klingen ließ mich dieses Mal zu einem Cigarrenmesser greifen, welches es echt in sich hat: das Le Petit von Les Fines Lames.

Seit einiger Zeit reichte mir der V-Cut einfach nicht mehr aus. Ich wollte wieder ein wenig „back to the roots“ und zwar zum klassischen geraden Anschnitt. Beim online Shopping liefen mir viele interessante und schöne klassische Anschneider über den Weg bzw. Bildschirm. Dennoch leuchteten meine Augen nur bei einer Variante. Bei dem französischen Zigarrenmesser handelt es sich um eine äußerst scharfe Klinge, welche „nur“ von einer Seite angeschliffen ist, damit sie sich gerade durch den Cigarrenkopf schneidet.

Der Griff des Messers hat eine halbkreisige Einkerbung, in welche man die Zigarre legt. Dann drückt man die Klinge – am besten mit dem Daumen – hinunter und schneidet somit die Cigarre an. Im Titel könnt Ihr bereits lesen, dass es sich um das kleine scharfe der Firma handelt. Die Vorgängerversion war so groß, dass für die Cigarre im Griff ein komplettes Loch bestand. Dies schien einigen Aficionadas/Aficionados/sotls/botls zu groß gewesen zu sein, um noch als lässiges, schickes Accessoire druchzugehen. Also konzipierte die Firma etwas handlicheres.

Das Messer gibt es mit verschiedenen Griffschalen. Ich entschied mich für Olivenholz. Ich finde die Maserung on Olivenholz sehr schön und empfinde es als optischen Vorteil, dass das Holz durch Benutzung von alleine nachdunkelt. Zusätzlich finde ich den Kontrast zwischen Holzmaserung und industriellem Klingenstahl angenehm.

Die Klingen werden von Hand gefertigt und sind wirklich scharf!!! Preislich ist das Messer nicht gerade günstig. Ab 150 € gibt es diese Messer zu erwerben. Andererseits denke ich mir mittlerweile, wenn ich einen perfekten Anschnitt bei meiner Cigarre haben möchte, ohne den kleinsten Einriss im Deckblatt, werde ich um einen Qualitätskauf nicht herum kommen.

Allerdings ist in dem Paket noch ein wenig Service dabei. Man kann sich sein Messer online beim Hersteller registrieren lassen und sich seine Garantie somit sichern. Zusätzlich ist in der Schachtel noch ein kleiner Imbusschlüssel dabei. Mit diesem kann man sich selbst einstellen, wie leicht die Klinge sich zum guillotinieren der Cigarre bewegen lassen soll.

Beim Rauchen selbst fällt auf, dass keinerlei – wirklich keinerlei – Brösel auf den Lippen oder gar im Mund landen. Warum? Ganz einfach, weil der Schnitt chirurgisch sauber ist! Mein letzter Artikel unter den Zubehör-Tests handelte vom Xikar-V-Cut, in welchem ich die Vorzüge des Kerbschnitts betonte. Ich bleibe nach wie vor bei dieser Meinung. Der klassische Anschnitt hat für mich aktuell den Vorteil, dass ich die Cigarren etwas „mildern“ kann, weil sich der Rauchkanal praktisch nicht verjüngt/verdichtet. Bei den bisherigen Nicaragua-Cigarren (welche ich hier alle mit V-Cut getastet und vorgestellt habe), welche ich mit meinem neuen Messer probierte, konnte ich im Gesamtgeschmack verstärkt süße Anteile wahrnehmen, wo mir zuvor lediglich der Pfeffer und das Leder präsent waren.

Noch ein Hinweis: die Klinge ist nicht arretiert. Das heißt, sie schnappt nicht ein und ist niemals feststehend. Deshalb sollten andere Nutzungen (der Hersteller selbst schneidet sich damit französische Salami auf Instagram) bewusst durchgeführt werden und der Daumen sollte dabei immer die Klinge fixieren.

P. S.: Ich gebe bei Preis/Leistung volle fünf Sterne, weil ein Cigarrenanschneider, welcher nur von einer Seite her cuttet, schlichtweg brutal scharf sein muss. Eine solche Klinge gibt es nicht zum Souvenir-Laden-Preis. Beim Geschmack gebe ich ebenfalls fünf Sterne, weil ich will, dass dieses Messer eine Gesamtbewertung von 5,0 erhält.

Die Cigarre soll zum Anschneiden immer auf die Seite des Logos zeigen.
Sehr gelungen finde ich, dass die Landkarte von Cuba auf die andere Klingenseite eingebeizt wurde.
Le Petit Les Fines Lames
  • Preis/Leistung
  • Qualität
  • Geschmack
5

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