Bossner Ekatarina I. Corona Maduro

Da ich bei Ralf in letzter Zeit immer wieder betonte, wie gerne ich Cigarren im Corona-Format rauche, hat mir der Markenbotschafter von Bossner – also Ralf – gleich mal eine Aufgabe gegeben. Corona, Maduro, glänzende Bauchbinden – was will ich mehr? Richtig: probieren!

Bitte verzeiht, wenn ich zur Biographie von Ekatarina I. hier nichts schreibe. Denn einen Wikipediaeintrag in eigene Worte umzuschreiben scheint mir eher als „lästige Fleißaufgabe“. Wobei, soviel sage ich gerne: Bossner benennt einige Serien nach großen adeligen Personen, vorwiegend aus der russischen Geschichte. Dennoch bin ich der Meinung, dass Bossner diese Geschichte selbst erzählen soll.

Nun zur Cigarre: Die Ekatarina I. ist eine Cigarre im Corona-Format und hat eine Länge von 13,97 cm bei einem Ringmaß von 39 (1,55 cm). Das Deckblatt ist einigermaßen ölig und als Maduro Dunkelbraun. Das Foto am Ende des Artikels habe ich ein wenig nachgehellt, da die Cigarre sonst kaum noch zu sehen wäre. Das Deckblatt weist Adern auf, die eher dünn und unauffällig sind. Die Cigarre lässt sich leicht eindrücken und macht einen nicht ganz so harten Eindruck. Die Bauchbinde lässt eine Elster wie mich natürlich jubeln. Im Grundton beige mit goldener Umrandung residiert das „B“ auf rotem Wappengrund in der Mitte. Darüber in Gold der stolze Hinweis „Hecho a Mano“. Unter diesem opulenten Blickfang befindet sich ein zweiter Ring, auf welchem fast schon in Leuchtreklame „BOSSNER“ steht – auch hier wird nach oben und unten mit Gold abgegrenzt.

Der Kaltgeruch der Cigarre verriet Zedernholz, Kaffee und erinnerte mich an den typischen Geruch von „Neuwagen“, ohne dies abwertend zu meinen. Was mir persönlich sehr zusagte war, dass die Cigarre den Anschnitt sehr gut vertrug! Soll heißen, ich konnte die Kappe sauber anschneiden, ohne Einrisse zu erhalten. Beim Kaltzug entstand ein Eindruck, den ich ein wenig befürchtete: außer einem Hauch von Vanille kam fast nichts. Der Zugwiderstand war allerdings perfekt!

Die Brandannahme war sehr gut und die Rauchentwicklung war durchgehend satt. Der erste Zug bescherte einen großen Schluck Kaffee! Die weiteren ersten Züge lockten noch Bitterschokolade und etwas Pfeffer hervor.

Nach dem ersten Centimeter entstand eine leichte Süße, die ich mit Vanille in Verbindung brachte und zum Pfeffer gesellte sich Zedernholz.

Bei der Raumnote musste ich ein wenig forschen, denn diese wollte nicht ganz zum Rauchgeschmack passen. „Tannennadeln“, Mineralien, „Anis“ => eine herbe Frische, die dann noch etwas Schokolade hinzubekam. Die Raumnote widersprach dem bisherigen Geschmack in keiner Weise.

Der Abbrand war gleichmäßig und die Asche war weiß-grau, wobei keine Risse entstanden. Die Asche fiel erstmals nach circa 2,5 Centimetern ab.

Nach den ersten drei gerauchten Centimetern entstand ein leichtes mineralisches Prickeln und der Eindruck des Neuwagens kam immer wieder durch. Ab der Hälfte steigerten sich die Zedernholzaromen, die Kaffeebitterkeit sowie die Röstaromen.

Insgesamt war es stets ein sehr leichter, weicher Rauch, welchen ich noch nicht als cremig bezeichnen würde. Die Ekatarina wurde bei etwas stärkerem Ziehen pfeffriger.

Damit komme ich auch schon zu meinem Fazit: Diese Corona ist insgesamt so zart, dass ich geneigt sein könnte, sie als zu weich zu sehen. Klar ist sie optisch ein Hingucker, mit welchem sich auch Anfänger*innen schmücken können. Die Ekatarina ist eine der wirklich dunklen Cigarren, welche alles andere als stark sind. Die dominikanische Füllung, so auch das Umblatt fangen die Maduro-Power sehr gut auf – vielleicht etwas zu gut. Mir persönlich war sie etwas zu soft, da ich mir von einer Maduro schon etwas mehr „Standing“ erwarte. Vielleicht ist sie auch die klassische Cigarre, die ein Getränk begleitet – nicht umgekehrt. Bei einem Bourbon geht sie definitiv unter. Ich musste schon angestrengt tasten, um auf die feinen Aromen zu stoßen. Somit ist sie entweder prädistiniert als Cigarre nebenbei – oder genau das Gegenteil. Für 7,80 € das Stück ist es eigentlich schade, wenn sie zu leicht verschwindet.

Deckblatt: USA

Umblatt: Dominikanische Republik

Filler: Dominikanische Republik

Sehr dunkel und ölig: die Ekatarina I. Corona Maduro von BOSSNER
BOSSNER Ekatarina I. Corona Maduro
  • Preis/Leistung
  • Qualität
  • Geschmack
3.7

Gerry Lächnfinga

Ich liebe Cigarren, destillierte Getränke und die teilweise philosophische Frage darüber, was Genießen grundsätzlich ausmacht. Auch in meinem Podcast "Die Cigarrencouch - im Rauchkanal der Lebensfragen" gehe ich so manchen Alltagsthemen auf die Nerven;-) Allerdings nicht, ohne dabei eine gute Cigarre zu genießen. In diesem Sinne, servus baba, küss´ die Hand. Instagram: @die_cigarrencouch All Pictures by @treeburn103

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